„Wer nicht relevant ist, kann es auch gleich lassen“
Interview mit Norman Wagner, ab März Geschäftsführer der Mediaagentur Pion3ers und davor Managing Director DACH der Ad-Tech-Firma Utiq.
Interview: Cathrin Hegner
Gerade will jeder „relevant“ sein. Was verstehen Sie unter Relevanz im Marketing?
Norman Wagner: Relevanz ist die Basis allen Handelns. Wer keine Sichtbarkeit hat, ist nicht relevant, wer keine Reichweite hat, ist nicht relevant, wer keine reüssierende Botschaft oder kein interessantes Produkt bietet, ist nicht relevant. Wer nicht relevant ist, kann es auch gleich lassen.
Wie bleibt man relevant in Zeiten von AI Slop, Zero Click und schwindenden Reichweiten?
Norman Wagner: Zuallererst muss man sicherstellen, dass man mit Menschen redet, denn am Ende muss man immer Menschen überzeugen. In einer Welt in der immer mehr Bot-Armeen unterwegs sind, in der sich jeder seine eigenen Agenten bauen kann, die durchs Internet surfen und Recherche betreiben, hilft es überhaupt nicht weiter, wenn man diese Agenten erwischt. Das nächste Problem ist: Wie steuere ich, dass ich möglichst viele Menschen erreiche?
Auch das wird zunehmend zur Herausforderung.
Norman Wagner: Das uralte Thema Nettoreichweite ist für mich entscheidend. Wir müssen ausreichend viele Menschen erreichen. Die Sau, die man nicht mehr durchs Dorf treiben muss, heißt Micro Targeting. Hochpersonalisierung wird immer schwieriger bei der Datenbasis, die wir haben. Viel größer ist das Problem, nicht genügend Menschen zu erreichen, also fehlende Relevanz durch fehlende Reichweite.
